Sonnenwende

«Ein Gesang zur Sonnenwende», der neue Gedichtband von Al Imfeld, ist eine Geschichte, die zu erzählen selbst eine Geschichte ist. s klingt aus mit einem quadratischen Loseblätterbuch, zusammengehalten mit naturfarbenen Leinenbändern, die um zwei erdfarbenen Kartondeckel gespannt sind. Al Imfeld anbetende und mahnende Worte an die mächtige Sonne sind laut Kleinverleger Martin Wallimann im Bleisatz gesetzt und auf einer rund hundert Jahren alte Maschine gedruckt. Wallimann, der Offsetdrucker lernte, ist seit 15 Jahren im traditionellen Buchdruck tätig, seit 1991 erscheinen in seinem Verlag in Alpnach Dorf beim Vierwaldstättersee regelmässig Bücher mit Schwerpunkten zeitgenössischer Lyrik und Kunst. Letzte Jahr vertrat er die Schweiz an einer internationalen Messe für Druckgraphik in Spanien. Zurück brachte er eine Ausstellung mit Spanischen KünstlerInnen. Er sehe der Ausstellungsmachen als eine ergänzende Tätigkeit zu seiner Verlagsarbeit und wolle die Dorfbevölkerung mit Ungewohntem konfrontieren. Wir sind bei der ersten Strophe angelangt: Martin Wallimann, der sich selber als einen Sonnenanbeter (keinenfalls als einen Sonnentempler) bezeichnet, wollte noch vor der Jahrhundertwende einen Lyrikband über die Kraft der Sonne herausgeben - in der Tradition des ägyptischen Königs Echnaton (14. Jh.v.Chr.) und den Ordensstifters und Heiligen Franz von Assisi (12./13. Jh.)
Und wenn einer das könne, so sei es Al Imfeld: «Denn er kennt auch die Sonne in Afrika und Asien.» Dieser, der von sich selber meint: «Gedichte schreiben ist meine Leidenschaft» und seit Anfang der siebziger Jahre Gedichte veröffentlicht, begeistert sich sofort für das Buchprojekt, nun stellt er den Gedichtband estmals der Öffentlichkeit vor.
WOZ 20.6.97
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